9,99 Euro im Monat klingt günstig. Ein Handy für einen Euro ebenfalls. Entscheidend ist aber nicht die größte Zahl im Werbebanner, sondern was während der gesamten Laufzeit tatsächlich von deinem Konto verschwindet.
Tarife lassen sich nur fair vergleichen, wenn alle festen Kosten, einmaligen Zahlungen und echten Gutschriften zusammen betrachtet werden. Das ist keine höhere Mathematik – man muss lediglich wissen, welche Posten dazugehören.
Die einfache Gesamtkosten-Formel
Für einen Vertrag mit 24 Monaten Mindestlaufzeit lautet die Grundrechnung:
Monatspreis × 24 + Anschlussgebühr + Gerätepreis + weitere Pflichtkosten − sichere Gutschriften
Teilst du das Ergebnis anschließend durch 24, erhältst du einen durchschnittlichen Monatspreis. Dieser sogenannte Effektivpreis ist deutlich aussagekräftiger als der beworbene Grundpreis.
Ein Beispiel ohne Tarif-Gedöns
- Monatspreis: 29,99 Euro
- Laufzeit: 24 Monate
- Anschlussgebühr: 39,99 Euro
- Smartphone einmalig: 49 Euro
- Versand: 4,99 Euro
- verlässliche Gutschrift: 100 Euro
Die Rechnung ergibt 29,99 × 24 + 39,99 + 49 + 4,99 − 100 = 713,74 Euro Gesamtkosten. Im Durchschnitt sind das rund 29,74 Euro pro Monat. Die beworbenen 29,99 Euro waren hier also ziemlich ehrlich – das ist längst nicht bei jedem Angebot so.
Diese Kosten werden gern übersehen
- Anschluss- oder Aktivierungsgebühr: häufig zwischen dem ersten und zweiten Rechnungsmonat fällig.
- Zuzahlung fürs Smartphone: auch kleine Einmalpreise gehören vollständig in die Rechnung.
- Versand und Bereitstellung: einzeln nicht dramatisch, beim knappen Vergleich aber relevant.
- Preis nach einer Rabattphase: manche Tarife sind nur in den ersten Monaten günstiger.
- Zusatzoptionen: Versicherungen, Sicherheits- oder Streaming-Pakete können nach einer Gratisphase kostenpflichtig werden.
- Preis nach der Mindestlaufzeit: wichtig, wenn du nicht rechtzeitig wechselst oder kündigst.
Bonus ist nicht automatisch Bonus
Eine Gutschrift darfst du nur abziehen, wenn du sie realistisch erhältst. Manche Boni kommen automatisch auf die Rechnung. Andere verlangen eine Rufnummernmitnahme, eine Registrierung in einer App oder das Hochladen einer bestimmten Rechnung innerhalb einer Frist.
Steht die Auszahlung unter Bedingungen, notiere diese beim Vergleich. Ein theoretischer Bonus, den man leicht verpasst, ist kein sicherer Preisvorteil.
Was ist das Smartphone wirklich wert?
Bei Bundles wird der Tarif gern mit dem aktuellen Verkaufspreis des Handys schöngerechnet. Für deine Entscheidung zählt aber, was du persönlich für dieses Gerät bezahlen würdest – nicht eine unverbindliche Preisempfehlung, die kaum jemand zahlt.
Vergleiche deshalb den Vertrag mit einer simplen Alternative: Smartphone separat kaufen und dazu einen passenden SIM-only-Tarif wählen. Gerade bei gebrauchten oder generalüberholten Geräten kann diese Kombination günstiger und flexibler sein.
Unsere schnelle Prüfliste
- Alle Monatspreise für die komplette Mindestlaufzeit addieren.
- Einmalige Gebühren und Versand hinzurechnen.
- Nur realistisch erreichbare Boni abziehen.
- Bei einem Bundle den echten Gerätewert separat betrachten.
- Gesamtsumme durch die Laufzeit teilen.
- Leistung prüfen: Netz, Datenvolumen, Geschwindigkeit und Kündigungsbedingungen müssen trotzdem passen.
Fazit
Ein geiler Tarif ist nicht der mit dem lautesten Rabatt, sondern der mit guten Leistungen und nachvollziehbaren Gesamtkosten. Wer zwei Minuten rechnet, spart sich häufig zwei Jahre Ärger.